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„Wir brennen darauf, dass es losgeht“

Vor ihrem ersten Pflichtspiel mit der SG Dittlofrod/Körnbach standen unsere neuen Trainer nochmal Rede und Antwort: In einem kleinen Interview haben Marko Karamatic (40) und Pece Bosevski (52) einige Fragen rund um ihr Engagement beim amtierenden Vizemeister der Kreisoberliga Nord beantwortet. Außerdem möchten wir die beiden auch noch einmal näher vorstellen.

Marko Karamatic (links) und Pece Bosevski freuen sich auf ihr Debüt

„Das ist blindes Verständnis“

Schon in eurer gemeinsamen Zeit bei Borussia Fulda zeigte sich, dass ihr euch als Trainer-Duo gut ergänzt. Wie kommt das zustande?

Marko: „Wenn die Spiele laufen, tauschen wir uns viel aus, damit wir reagieren können. Wir sind Trainer, die manches tun, was andere vielleicht nicht tun: In der Halbzeit viermal wechseln oder von Vierer- auf Dreierkette umstellen. Da müssen die Jungs flexibel sein, deswegen wollen wir auch zwei Systeme beherrschen. Pece hat mehr Erfahrung und oft gute Tipps für mich. Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, aber finden immer einen Nenner – und darauf kommt es an“.

Pece: „Marko ist der Boss, aber ich ergänze, wenn es nötig ist. Wir müssen ja nicht dasselbe erzählen. Ich nehme diese Rolle gerne an. Das ist blindes Verständnis, wie auch damals, als wir gemeinsam auf dem Platz standen“.

Marko: „Pece hat diese Positivität, das ist eine Stärke, die er den Jungs auch weitergeben kann. Ich bin taktisch- und fußball-verrückt. Wir ergänzen uns da super, denn Fußball ist ja breit gefächert“.

„Die Fahrt macht uns überhaupt nichts aus“

Borussia Fulda ist eine der größten Adressen in Osthessen, die SGDK hat vor allem erst in den vergangenen Jahren überregional auf sich aufmerksam gemacht. Seht ihr diesen Wechsel, raus aus der Stadt zu einem „Dorf-Verein“, als Rückschritt?

Marko: „Bei Borussia haben wir auch auf Kreisoberliga-Ebene gespielt. Ich habe den Verein damals übernommen, als er im Mittelfeld der A-Liga stand. Wir haben uns immer gesteigert, auch als Pece dazukam. Es hat wenig zur Relegation gefehlt. Dieses Jahr wären wir dran gewesen, aber dann kam es anders. Wir haben dann das Angebot aus Dittlofrod bekommen. Man hat ja die Relegationsspiele der jungen Mannschaft mitbekommen, die unglaubliches Entwicklungspotenzial hat, was mir sehr gut gefällt. Die Vorbereitung stimmt uns positiv, die Jungs haben uns überragend aufgenommen und uns den Einstieg erleichtert. Wir hatten da keine Zweifel bei der Sache und fühlen uns jetzt bestätigt“.

Pece: „Für uns war die Perspektive wichtig, deswegen haben wir uns trotz anderer Angebote so entschieden. Wichtig ist, dass die Spieler mit uns arbeiten wollen und unserer Philosophie folgen. Die Mannschaft ist top – und deswegen macht uns die Fahrt auch gar nichts aus. So würden wir überall hinfahren. Einige haben uns gefragt, warum wir das machen würden. Aber das ist nicht wichtig für uns – wir können uns sogar noch im Auto unterhalten und haben Zeit für uns“.

„Freuen uns, die Zuschauer kennenzulernen“

Die SGDK ist durch einige Nachholspiele in der Tabelle zurückgefallen, hat ein knackiges Programm in der Restrunde der KOL Nord zu absolvieren. 31 Punkte sind es bisher aus 15 Spielen. Aus den Top Sechs kommen bis auf Hünfeld II alle Kontrahenten im Frühling und Sommer noch zu Heimspielen nach Dittlofrod. Das kann ein Vorteil sein. Dazu kommt die variable Offensive mit drei Schützen, die schon mindestens zehn Saisontore haben (mit Hadir Fattah ist ein weiterer Kandidat, der sonst solche Zahlen liefert, leider noch verletzt). Wo führt dieser Weg in dieser Saison hin?

Marko: „Klar ist, dass wir etwas erreichen wollen. Wir sind nicht hergekommen, um am Ende Dritter zu werden. Die Jungs haben gesehen, wie es ist, Relegation zu spielen. Das Potenzial dafür ist da. Aber wir sind nicht respektlos gegenüber anderen – Großentaft, Bebra oder auch Wölf haben richtig viel Qualität. Wir haben Respekt und sind nicht Bayern München und sagen, es kann kommen, wer will. Wir müssen bereit sein, wenn die Spiele anstehen. Wenn wir unseren Punkteschnitt halten, könnte es für Platz zwei reichen. Aber wir wollen uns noch verbessern, wollen den Schnitt auf 2,1 setzen“.

Pece: „Die erste Mannschaft ist immer auch ein Aushängeschild des Vereins. Auch die Spieler draußen, Vorstand, Trainer, Zuschauer – wir müssen alle an einem Strang ziehen, wenn wir etwas erreichen wollen“.

Marko: „Dittlofrod hat Blut geleckt nach der Relegation letztes Jahr vor so vielen Zuschauern. Für die Spieler gibt es nichts Besseres. Aber wir wollen Step by Step gehen, setzen uns viele kleine Ziele, sodass wir dem großen, gemeinsamen Ziel am Ende immer näherkommen. Platz zwei haben wir auch als Ziel ausgegeben, mindestens“.

Pece: „Wir wollen jetzt das gute Gefühl aus der Vorbereitung mitnehmen und freuen uns darauf, beim ersten Heimspiel gegen Bebra die Zuschauer endlich kennenlernen zu können. Wir brennen darauf, dass es losgeht“.

Laufbahn Marko Karamatic

Marko Karamatic startete seine fußballerische Laufbahn in der Jugend beim FSV Germania Fulda. E folgte der Wechsel zu Borussia Fulda und dann zum SV Asbach nach Bad Hersfeld, wo er Erfahrung in der A-Junioren-Oberliga sammelte – als Spieler des jüngeren Jahrgangs. Sein Bruder kickte dort bei den Senioren, und Marko nahm den Aufwand in Kauf, mit dem Zug zum Training oder Spiel nach Bad Hersfeld zu fahren. Für ihn war es eine „sehr gute Zeit“. Parallel zum Start in die berufliche Ausbildung folgten Stationen bei den Senioren in Löschenrod, wo er erstmals auf Pece Bosevski traf, und Kerzell. Marko wechselte später zur SG Johannesberg und war mit dem Verein erfolgreich. Danach folgten eine kurze Station beim TSV Lehnerz III, wo er Daniel Martella aushalf und auch ins Verbandsliga-Team reinschnuppern konnte. sowie ein Intermezzo beim TSV Künzell. Dort gelang auch der Einstieg ins Trainergeschäft: Vier Jahre arbeitete er sehr erfolgreich in der JSG Künzell, betreute dort mehrere Jahrgänge und entwickelte die Spieler bis zu den Senioren. Aufstieg und Pokalsieg durften gefeiert werden, die Lorbeeren konnten mittlerweile geerntet werde, da die Künzeller Senioren mit vielen Jungs von damals heute zur Gruppenliga-Spitze gehören. Das Angebot von Borussia Fulda kam anschließend fast aus dem Nichts, viereinhalb Jahre coachte Marko den Traditionsverein und führte ihn nach schweren Jahren wieder in sportlich erfolgreichere Fahrwasser.

Laufbahn Pece Bosevski:

Auch Co-Trainer Pece Bosevki trat mit sieben Jahren erstmals bei Germania Fulda gegen den Ball, wechselte zu Borussia in die Jugend, später aber wieder zurück zu den Germanen. In den 90ern zog es ihn zum SV Dietershan, ehe sich die Wege mit Marko Karamatic in Löschenrod kreuzten. Auch beruflich arbeiteten beide zusammen im Sporthaus Marquardt. Pece kickte außerdem noch in Lütter und beim TV Neuhof, damals im Aufstiegsjahr in die Kreisoberliga mit Größen wie Christoph Schäfer, Bernd Döring oder Theo Klug. Als Trainer sammelte Pece Erfahrung in Brand und in Thalau, wo er Thomas Hütsch aushalf, sowie in der U18 des JFV Viktoria Fulda, die er als „Unterbau“ der A-Junioren zur Vizemeisterschaft führte. Auch der SV Müs gehörte zu seinen Stationen, wo er mit Sedat Gören zusammenarbeitete, der sich als Trainer des Fuldaer Regionalligisten SG Barockstadt einen Namen gemacht hat. In Hettenhausen hauchte Pece Leben ein, baute den Verein in schweren Zeiten dreieinhalb Jahre wieder mit auf. Er kehrte zurück zu Germania Fulda und coachte dort mit Timo Peikert. Anschließend lotste Marko Karamatic ihn zu den Borussen, wo beide für zweieinhalb Jahre als eingespieltes Duo harmonierten.